Einen Freifunk-Router einzurichten dauert etwa eine Viertelstunde. Für die meisten reicht der erste Teil dieser Seite. Der zweite Teil ist für Gastnetze, Firewalls, virtuelle Maschinen und alle, die tiefer einsteigen wollen.
Teil 1: In fünf Schritten zum Freifunk-Router
1. Firmware herunterladen
Auf routersoftware.ffnef.de wählst du dein Routermodell und deinen Ort. Für einen Router, der noch die Software des Herstellers hat, nimmst du das Image für die Erstinstallation. Steht dein Modell dort nicht, wird es nicht unterstützt.
2. Firmware aufspielen
Verbinde deinen Rechner per Kabel mit dem Router und spiele das Image über die Weboberfläche des Herstellers ein, dort meist unter „Firmware-Update“. Bei manchen Modellen geht das anders; dann steht im Firmware-Download ein Link zur passenden Anleitung.
3. Einrichtungsseite öffnen
Nach dem Neustart ist der Router im Einrichtungsmodus, die Status-LED blinkt langsam. Du erreichst die Einrichtungsseite auf zwei Wegen:
- Per Kabel: Rechner an einen LAN-Anschluss, dann im Browser http://192.168.1.1 öffnen. Achtung:
http://, nichthttps://. Klappt es nicht, das Kabel kurz ab- und wieder anstecken. - Per WLAN, mit dem Handy: Einmal kurz auf die Taste am Router drücken. Die LED blinkt schneller, und das offene WLAN
setup.gluon_mit vier Zeichen dahinter erscheint, etwasetup.gluon_4830. Verbinden, die Seite öffnet sich meist von selbst, sonst http://setup.gluon aufrufen. Das WLAN bleibt 20 Minuten offen.
4. Router einrichten
- Name: Der Router schlägt einen Namen vor, etwa
VEL-WDR3600-1b8c. Du kannst ihn lassen oder einen eigenen wählen. - Standort: Mit Koordinaten erscheint der Router auf der Karte. Das hilft uns und anderen, Lücken im Netz zu sehen. Sobald du Koordinaten einträgst, ist „Position veröffentlichen“ angehakt.
- Kontakt: eine E-Mail-Adresse, unter der wir dich erreichen, wenn mit dem Router etwas ist. Sie ist zusammen mit dem Standort öffentlich sichtbar.
- Internetverbindung (Mesh-VPN): eingeschaltet lassen, wenn der Router über deinen Internetanschluss ins Freifunk-Netz soll.
Dann auf Speichern & Neustarten. Falls das niemand tut, beendet sich der Einrichtungsmodus nach 24 Stunden von selbst und speichert.
5. Anschließen und aufstellen
Verbinde den WAN-Anschluss des Freifunk-Routers mit deinem Internetrouter, zum Beispiel einem freien LAN-Anschluss der FRITZ!Box. Der Freifunk-Router baut dann selbst eine Verbindung zu unseren Servern auf (VPN). Ohne Internetanschluss verbindet er sich per Funk mit Freifunk-Routern in der Nähe.
Am besten steht er an einem Fenster, auf dem Balkon oder unter dem Dach: Je näher er nach draußen funkt, desto mehr Menschen erreicht er und desto eher findet er Nachbarrouter.
Fertig
Der Router sendet jetzt das WLAN Freifunk, auf Routern mit genug Arbeitsspeicher zusätzlich Freifunk verschluesselt: ohne Passwort, aber verschlüsselt zwischen Gerät und Router. Mit Koordinaten taucht er nach einigen Minuten auf der Karte auf. Updates holt er sich selbst.
Heißt das WLAN plötzlich FF_Offline_…, hat der Router keine Verbindung ins Freifunk-Netz. Meist hilft es, das Kabel zum Internetrouter zu prüfen, sonst schau in Teil 2 unter „Gastnetz und Firewall“.
Teil 2: Spezialfälle und Profis
Zurück in den Einrichtungsmodus
Im laufenden Betrieb die Taste am Router etwa 10 Sekunden gedrückt halten. Der Router startet dann neu in den Einrichtungsmodus, weiter wie in Schritt 3. Deine Einstellungen bleiben erhalten.
Gastnetz und Firewall
Hängt der Router hinter einem Gastnetz oder einer Firewall, braucht er nach außen:
- Port 53 TCP/UDP für DNS (IPv4)
- Port 20001 bis 20060 UDP für das VPN (L2TP, IPv4)
- normales NAT; keine eingehenden Ports, kein Port-Forwarding, kein UPnP
- als Ziele diese Server, die Liste kann sich ändern:
ganymed.ffnef.de,kallisto.ffnef.de,amalthea.ffnef.de,himalia.ffnef.de,elara.ffnef.de,pasophae.ffnef.de,sinope.ffnef.de,lysithea.ffnef.de
MAC-Adressen: Ein Freifunk-Router nutzt am WAN mehrere MAC-Adressen. Bei MAC-basierter Port-Security musst du zwei bis vier davon freigeben; welche, steht im Log deines Switches.
Virtuelle Maschinen und PCs
Für PCs und virtuelle Maschinen gibt es x86-Images. In der VM (Proxmox, VirtualBox, ESXi, QEMU) muss der Gast beliebige MAC-Adressen nutzen dürfen (Promiscuous Mode), sonst kommt keine Verbindung zustande.
LAN-Anschlüsse einzeln nutzen
Im Einrichtungsmodus unter „Erweiterte Einstellungen“ → „Ports“ bekommt jeder LAN-Anschluss seine eigene Rolle: Client, Mesh, Uplink oder keine. Zum Beispiel LAN 1 als Kabelverbindung zum Nachbarrouter und LAN 2 für einen Rechner im Freifunk-Netz. Das geht bei neueren Routern; bei älteren lassen sich die LAN-Anschlüsse nur gemeinsam einstellen.
Zugriff per SSH
Im Einrichtungsmodus kannst du unter „Remotezugriff“ einen SSH-Schlüssel hinterlegen. Auf dem Router helfen dann:
nodestatus: Modell, Firmware, Uplink, Gateway, VPN, Clients, WLAN-Kanäle und Ports auf einen Blickportrole: Rolle der Netzwerkanschlüsse zeigen und setzenchannel: WLAN-Kanal je Band zeigen und setzen,channel autofixsucht einen freienvpn on/vpn off: Mesh-VPN ein- und ausschalten
Router in der Nähe finden
Mit der Android-App NodeMonitor siehst du jeden Freifunk-Router in Funkreichweite, ohne dich zu verbinden. Praktisch beim Aufstellen und um zu prüfen, ob der Router dort oben noch läuft.
Mehr Anleitungen
Weitere Anleitungen, etwa zu UniFi-Accesspoints auf der Karte oder zu Routern mit wenig Arbeitsspeicher, sammeln wir in freifunk-docs. Bei Fragen: projekt@neanderfunk.de.
(Stand: 2026-10)